EinrichtungenInternatDas Internat schließt seine Tore - Ende einer Ära
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| Eva Lederer |
| Die letzten Internatsschülerinnen verabschieden sich |
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Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit ging am 31. Juli 2011 eine fast 300-jährige Tradition in Bamberg zu Ende. Am letzten Schultag des Schuljahres 2010/2011 schlossen sich die Türen des Internats der Maria-Ward-Schulen an der Edelstraße 8 nicht nur für die Dauer der Sommerferien, sondern für immer. Das Internat der „Englischen Fräulein“, wie viele noch sagen, ist nun ein Stück Geschichte.Seit dem Jahr 1717, als die ersten Maria-Ward-Schwestern nach Bamberg kamen, um das Institut der Englischen Fräulein am Holzmarkt zu gründen, wirkten die Schwestern der Congregatio Jesu segensreich als Pionierinnen der Mädchen- und Frauenbildung. Bereits seit damals vertrauten Eltern aus dem Bamberger Umland ihre Töchter nicht nur den Maria-Ward-Schulen an, sondern auch dem dazugehörigen Internat. Immer ging es darum, eine Bildungseinrichtung besuchen zu können, die in der Tradition der Ordensgründerin Mary Ward besonders Mädchen fördert. Wenn die Entfernung vom Heimatort zu groß war oder die Schule nur unter erheblichem Zeitaufwand erreicht werden konnte, wurde das Internat bevorzugt. Es gab Zeiten, in denen mehr als 130 Mädchen den Abschied von Verwandten und Freunden, das anfängliche Heimweh und die andere Lebensweise auf sich nahmen, um „bei den Englischen“ in Bamberg zur Schule gehen zu können. Insgesamt fast 300 Jahre hatte das Internat kontinuierlich bestanden. Geschlossen war es nur in der Zeit der Säkularisation sowie des Nationalsozialismus. Schon länger stand fest, die Anzahl der Internatsplätze herunter zu fahren. Dies war nötig, um die nur in Klassenzimmern untergebrachte Tagesschule mit etwa 120 Schülerinnen ebenfalls ins Internatsgebäude holen zu können. Damit verbunden war der Beschluss, der offenen Ganztagesschule mehr Gewicht zu geben und sie weiter auszubauen. Denn für immer mehr Wohnorte eröffnen sich gute Möglichkeiten, Bamberg schnell und bequem zu erreichen. Mit der Tagesschule können Eltern und Alleinerziehende bei Bedarf eine Ganztagesbetreuung für ihre Tochter in Anspruch nehmen und ihr Kind abends bei sich zu Hause haben. Die Ganztagesschule mit Mittagessen steht allen Schülerinnen der Maria-Ward-Schulen von der 5. bis zur 10. Klasse offen. Derzeit sind es 135 Schülerinnen, die in sieben Gruppen zu knapp 20 Mädchen zusammengefasst sind. Durch die Schließung des Internats ergab sich auch für das schulische Raumprogramm und die Attraktivität des Schulhauses eine ganz neue Perspektive. Die geplante Schulhauserweiterung auf dem Internatsgelände - das Internat soll in etwa einem Jahr abgerissen werden - und die sich anschließende Sanierung der bestehenden Schulgebäude wird bis zur großen 300-Jahr-Feier der Schule im Jahr 2017 viel Erfreuliches zum Wohle der Schule hervorbringen.
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| Eva Lederer |
| Schwester Irmtraut |
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Die Ankündigung, das Internat zu schließen, löste natürlich auch Trauer aus. So viele gute Freundschaften waren hier entstanden, so viel Selbstständigkeit und Unabhängigkeit waren erreicht worden. Viele Tage und Nächte war man gemeinsam durch alle Höhen und Tiefen eines Schuljahres miteinander gegangen. Das sollte nun zu Ende gehen? Inzwischen sind individuelle Lösungen gefunden worden. Die meisten Mädchen können mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Maria-Ward-Schulen besuchen. Während die Schülerinnen der Q 11 und Q 12 in der Edelstraße im Steinheimerhaus bleiben, werden fünf andere Schülerinnen ins Internat Aufseesianum wechseln. Zwei Mädchen werden demnächst die Nürnberger Maria-Ward-Schule besuchen, eine geht daheim in Fürth aufs Gymnasium. Zwei Erzieherinnen werden in der Tagesschule weiter arbeiten. Internatsleiterin Schwester Irmtraud Erlwein zieht nach Bad Homburg, um in der Diözese Limburg eine neue Aufgabe im Ordensreferat zu übernehmen.Eva Lederer / Heinrichsblatt
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