Medienpädagogik

MiB-Tutorinnen an der Realschule: Erika Spulak, Fabian Haubenreich

mib
  • Das medienpädagogische Tandem einer Realschule fungiert als Ansprechpartner für Schulleitungen, Systembetreuer und Lehrkräfte in den Anliegen der Medienerziehung. Es fördert zudem Medienerziehung durch Aktivitäten an seiner Schule, entwickelt ein eigenes Profil seiner Tätigkeit, das der jeweiligen Schule entspricht.
  • MiB-Tutoren erhalten ständige Weiterbildung zu aktuellen Themen aus dem Bereich Medienpädagogik.

Medienbildung als Aufgabe der Realschule


In unserer durch Medien wesentlich mitgestalteten Welt kommt dem richtigen Umgang mit Medien und der Kenntnis ihrer Wirkungen eine herausragende Bedeutung zu. Daher ist es eine wichtige Aufgabe der Realschule, einen Beitrag zur Medienerziehung unserer Schülerinnen und Schüler zu leisten. Medienerziehung ist das Anregen und Begleiten jener Lernvorgänge, die den Heranwachsenden zu einem selbstständigen und kompetenten Umgang mit Medien befähigen. Schwerpunkt der Medienerziehung ist daher das Wissen über Medien (im Unterschied zur Mediendidaktik, der Unterstützung von Lernvorgängen durch den Einsatz von Medien).

Ziele und Verankerung der Medienerziehung


"Medienbildung ist ein wesentlicher Teil der allgemeinen Bildung. ...Medienerziehung ist ein grundlegendes pädagogisches Erfordernis." (KMBek vom 07.08.2003)

Medienerziehung ist als fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsaufgabe im Lehrplan der Realschule verankert. Die Schüler der Realschule sollen demnach

  • die Verbreitung und Wirkung von Medien kennenlernen.
  • die Sprache der verschiedenen Medien und ihre inhaltlichen Botschaften verstehen und beurteilen lernen.
  • die Medien gestalten und einsetzen lernen.
  • Medien auswählen und auswerten lernen.
  • Medien im gesellschaftlichen Zusammenhang sehen lernen.

Diese Schwerpunkte der Medienkompetenz sollen in verschiedensten Unterrichtsformen und insbesondere im fächerübergreifenden Unterricht verwirklicht werden. Dies geschieht in enger Verbindung mit der Informationstechnischen Grundbildung und durch die Tätigkeit der MiB-Tutorinnen, die zusätzlich auch für die Elternarbeit zuständig sind . Außerdem bieten sie Anregungen aus dem Bereich Multimedia für Kolleginnen und Kollegen.

Barbara Hauck

Bericht von der 'medienpädagogischen Fortbildung 'Schulpodcast'


Unterricht ToGo?

Diesen Beitrag können Sie auch als Podcast herunterladen unter ... Welchen Radiohörer ereilt dieser Satz nicht mehrmals am Tag? Eines der modernsten Medien des Internet erobert seit dem Jahr 2005 die mp3-Generation und fordert täglich Millionen Zuhörer auf, Rundfunkbeiträge im Netz „abzuholen“ und diese auf diversen Media-Playern dann anzuhören, wenn der Nutzer Zeit, Lust und Laune dazu hat.

Auch unsere Schulen podcasten seit Juli 2009 und das in so guter Qualität, dass die medienpädagogisch-informationstechnischen Berater von Oberfranken, Christoph Kasseckert und Jörg Striepke, den Verantwortlichen unserer Schulpodcasts als Referenten für eine MiB-Tutoren-Fortbildung der oberfränkischen Realschulen verpflichteten. Harald Hauck kam dieser Anfrage sehr gerne nach und plauderte am 9. Februar bei eben dieser Fortbildungsveranstaltung in unserer Schule aus dem Nähkästchen. Nach zehn bisher veröffentlichten Podcasts verriet er Tipps und Tricks, wies aber auch auf Fehler hin, die Podcast-Anfängern unweigerlich unterlaufen. Richtig spannend wurde die Veranstaltung allerdings, als die Teilnehmer mittels Profi-Mikrophon oder Headset selbst zu Podcastern werden durften und mit der notwendigen Aufnahmesoftware „Audacity“ vertraut gemacht wurden. Ob an anderen Schulen ein solcher Podcast die Schulhomepage erobern wird, hängt unter anderem auch davon ab, wie viel Herzblut der verantwortliche Lehrer zu investieren bereit ist. Denn dass die hohe Qualität unserer Beiträge, von den MiBs immer wieder als Königsdisziplin bezeichnet, nur mit einem extrem hohen zeitlichen Aufwand zu verwirklichen ist, wurde den Teilnehmern bei den Selbstversuchen sehr schnell klar.

Damit begann der zweite Teil der Veranstaltung. Kasseckert und Striepke wiesen auf die weiteren Einsatzmöglichkeiten von schon fertigen Podcasts bzw. von Audioaufnahmen allgemein im Unterricht hin. Podcasts als Möglichkeit differenzierten Lernens wurden dabei ebenso angesprochen wie die neueste vom BRN-Moodle zur Verfügung gestellte Aktivität des Nano-Gongs. Mit Hilfe des Nano-Gongs können Lehrer und Schüler in virtuellen Klassenzimmern, wie sie bei uns bereits mit einigen Schulklassen betrieben werden, mittels Audio-Beitrag miteinander kommunizieren. Schüler können eine Bildbeschreibung in englisch nun z.B. mündlich „abgeben“, einen Gedichtvortrag solange proben und aufnehmen, bis er sitzt, oder im Klassenverband gemeinsam einen Hörbeitrag zu einem vorgegeben Thema produzieren.

Die modernen Medien bieten uns Lehrern eine enorme Fülle neuer Möglichkeiten, unsere Schüler zu erreichen. Ob das auch geschieht, hängt von der Bereitschaft der Kollegen ab, sich mit diesen Neuerungen auseinander zu setzen sowie auch von den technischen Möglichkeiten, die eine Schule zur Verfügung stellt. Kasseckert wies in seinem Schlusswort darauf hin, dass Medienpädagogik in den Lehrplanebenen ganz oben steht und somit von jedem Unterrichtenden zur Chefsache erklärt werden sollte. Das funktioniert aber nur, wenn Schule und die für ihre Ausstattung verantwortlichen Gremien die Motivation engagierter Kollegen durch die Bereitstellung der entsprechenden finanziellen Mittel zum Nutzen für unsere Kinder ebenfalls mit höchster Priorität behandeln.

Vielleicht heißt es in Zukunft auch hin und wieder für die Konsumenten unseres Unterrichts: Diese Stunde könnt ihr nachhören in meinem Podcast unter... ;-).

Barbara Hauck