Fachbereich Kunst

Zu den Lehrplänen:


Stundentafel Kunst

  • Das Fach Kunst wird in der Maria-Ward-Realschule in der 6. Klasse zweistündig, in der 7.-9. Klasse einstündig unterrichtet. Schülerinnen im Zweig III B haben in der 7. Klasse 2 Stunden Kunst.
  • Für die 10. Klassen gibt es die Möglichkeit Kunst als Wahlfach im 1.Halbjahr zweistündig zu belegen.
  • Schülerinnen, die Französisch ab der 8. Klasse wählen, haben keinen Kunstunterricht mehr, können aber am Wahlfach Kunst teilnehmen.

Das Fach Kunst

einige Zitate von Schülerinnen einer neunten Klasse zum Kunstunterricht:

  1. "Kunst macht Spaß! "
  2. "In der Woche haben wir 30 Schulstunden, 27 davon sind Lernfächer. Zum Ausgleich haben wir 1 Stunde Kunst und 2 Stunden Sport. Wir betätigen uns in Sport körperlich und in Kunst können wir unserer Kreativität freien Lauf lassen. In anderen Fächern ist das nicht möglich. Nur kurz zur Definition von Kreativität: Unter Kreativität versteht man das Hervorbringen von etwas Neuem, von etwas bis dahin noch nicht Dagewesenem. Kreativität ist eine Form geistiger Beweglichkeit. In Französisch, Mathe, Erdkunde… können wir diese Kreativität nicht ausleben, da wir nicht die Möglichkeit haben, neue Vokabeln, Rechenwege oder Flüsse zu erfinden. Es sind einfach Tatsachen, die wir so akzeptieren müssen. Aber in Kunst können wir aufgrund unserer Phantasie und Kreativität vollkommen neue Dinge erschaffen."
  3. "Kunst hat so ein weites Spektrum. Wir gehen in die Schule, weil wir dort lernen wollen. Wir wollen einmal die Schule mit einem Abschluss, Erfahrungen und einem möglichst breiten Allgemeinwissen verlassen. Zu diesem Allgemeinwissen gehört zu einem großen Teil auch Kunst. Und ist nicht gerade unsere Stadt Bamberg für eine Vielzahl von Kunstwerken berühmt! Kunst ist ein Teil unserer Kultur, ein sehr wichtiger, der nicht verloren gehen sollte."

Die Mädchen haben fast alles ausgedrückt, was den Kunstunterricht heute ausmacht. Das Fach ist mehr als ein Relaxfach oder ein Lieferant für die Schuldeko.

Einige Aspekte, die mir besonders wichtig sind:

  • Die Mädchen sind in einem „gewissen“ Alter,in dem sich ihre Persönlichkeit entfaltet. Sie sind entwicklungspsychologisch auf der Suche nach ihrer Rolle in Familie, Schule und Gesellschaft. Mit Themen wie z.B. „Ich-Mandala“ oder „Wer bin ich und wenn ja wie viele“ wird ihre Individualität gefördert, sie müssen Gedanken und Gefühle aus sich herausholen und bildnerisch umsetzen. Hierbei gibt es keine „falschen“ Lösungen, jede Arbeit ist eine Stärkung des Ichs, etwas ganz persönliches, oft sogar ein Einblick ins Innenleben.
    Dazu ein Zitat von Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin aus einem Interview zur gegenwärtigen Bildungspolitik:
    „Das Bildungssystem sollte darauf ausgerichtet sein die Persönlichkeit zu entfalten, Urteilsfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit, Orientierungswissen - das ist der Kern und nicht das Abrichten für bestimmte berufliche Tätigkeiten…“
  • Sich bildnerisch auszudrücken, ist - wie das Singen - eine Grundfähigkeit des Menschen. Sie ist bei vielen Schülerinnen da, bei manchen muß sie wieder erweckt werden, bei allen muß sie gepflegt werden. So gibt es oft Schülerinnen, die durch die Schule ihre künstlerischen Begabungen und Leidenschaften entdecken. Man kann sich nur für etwas interessieren, was man kennengelernt hat. So hat der Kunstunterricht die wichtige Aufgabe, die Schüler zum kulturellen Leben hinzuführen. Denn wie soll ein Kulturstaat erhalten werden, wenn nicht die Grundlagen in der Schule vorgestellt und weitergeführt werden!
  • Das ist nun kein benot- und abfragbarer Lernstoff, den es in Kunst natürlich auch gibt (z.B: Kennenlernen verschiedenster Techniken, Farbenlehre, wirklichkeitsgetreues Darstellen…) Es gibt noch etliche solcher „unsichtbarer" Lernziele.
  • Für mich eines der wichtigsten Lernziele: SEHEN lernen
    Hierzu werden die Schülerinnen angeregt, ein „Augen-Buch“ zu führen, in dem sie alles, was ihnen an Ästhetischem/Künstlerischem auffällt ( z. B. in Zeitschriften, im Müll….) sammeln, um das Auge zu schulen. Die heutige Bilderflut in den Medien läßt die Wahrnehmung verflachen. Kinder und Jugendliche müssen wieder Verlangsamung und Konzentration lernen.
    Auch der Sinn für Proportionen, Komposition und Farben, ein Bewußtsein für Architektur, Design und Schrift, für Gestaltfindung und Präsentation sind in keiner Ex abfragbar. Sie machen aber künstlerische Fächer ganz besonders zu Vermittlern allgemeiner BILDUNG.
    Nochmals Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin:
    „Information wird immer wertloser, weil immer leichter verfügbar.(…) Ich halte gar nichts davon , wenn wir das Bildungssystem jetzt umstellen auf eine sozusagen outputorientierte Einrichtung, bei der die Absolventen am Ende in diesem ökonomischen globalen Spiel mitspielen können, aber ihr Eigenes verlieren, ihre Selbstbestimmung, ihre Autonomie, ihre Werte, ihre Orientierungsfähigkeit“.

....und noch das Zitat einer Mutter: „ Kunstunterricht ist wichtig . Er ist wie Musik Nahrung für die Seele und daran sollte in unseren Zeiten nicht gespart werden.“

Zum Kunstunterricht

  1. Die Schülerinnen führen eine Arbeitsmappe, in die praxisbegleitende Arbeitsblätter, Infos zur Kunstgeschichte ( z. B. Überblik über die einzelnen Epochen, Vorstellen von Künstlern/innen …) und die Beurteilungskriterien für die praktischen Themen eingeheftet werden.
  2. Wir besuchen aktuelle Ausstellungen in Bamberg, meistens mit einem praktischen Arbeitsauftrag (z.B. Zeichnen im Naturkundemuseum, Quiz zum Bamberger Dom,Vorstellen des Böttingerhauses, Ausstellungen in der Villa Dessauer…)
  3. Jede 9. Jahrgangsstufe fährt nach Nürnberg ins Neue Museum zum kunstpädagogischen Unterricht. Dort werden die Schülerinnen mit zeitgenössischer Kunst und der Designsammlung bekanntgemacht. Außerdem lernen sie einen modernen Museumsbau kennen.
  4. Um den Schülerinnen andere künstlerische Berufe vorzustellen oder den Unterricht von Nicht-Lehrern begleiten zu lassen, laden wir Architekten, Modeesigner oder Künstler ein.
  5. Die Teilnahme an Wettbewerben und an Projekten wie der „A2“ ( Architektur und Schule ) erweitern die Themenstellungen.
  6. Die Fachschaft Kunst stellt zum 2. Elternsprechtag die Jahresarbeiten im Schulhaus aus. Außerdem werden Klassenräume mitgestaltet und in der Weihnachtszeit das Foyer geschmückt.
  7. Im Lauf des Schuljahres werden Arbeiten aber nicht nur imSchulhaus an Pinnwänden, in Bilderrahmen und Schaukästen ausgestellt, sondern auch in Schaufenstern hiesiger Läden gezeigt. Ein Forum auf der Schulhomepage ist in der Planung.

Irmin Pitrof-Schubert