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Besuch des Konzentrationslagers Dachau

Wie auch in den vergangenen Jahren sind alle 9. Klassen der Realschulen ins Konzentrationslager nach Dachau gefahren, um die schrecklichen Taten des Nationalsozialismus nachempfinden zu können.

Als wir nach einer ungefähr dreistündigen Busfahrt dort ankamen, liefen wir vorerst zum Eingangstor des Konzentrationslagers, auf dem der bekannte Spruch „Arbeit macht frei“ zu finden ist. Nach kurzer Wartezeit begrüßten uns unsere Gruppenführer auf dem Appellplatz. Jede neunte Klasse hatte einen eigenen Leiter, der uns durchs KZ führte und uns dabei über das frühere Leben dort aufklärte. Zuerst wurde uns erzählt, dass nicht nur Juden, Roma und Sinti, sondern auch Homosexuelle, Asoziale (Arbeitslose, Alkoholiker), Afroamerikaner und noch einige mehr im Konzentrationslager interniert wurden.

Anschließend besuchten wir den Bunker, wo die Häftlinge wegen kleinster Vergehen schlimmste Misshandlungen erleiden mussten. Eines der drei bösen „B“ drohte ihnen dort. Darunter verstand man Bunker, Bock und Baum. Im Bunker wurden die Gefangenen eingesperrt und mussten ihre Strafe in Dunkel- oder Stehhaft, verbüßen. Der Bock war die direkte Foltermethode auf dem Platz des Gefangenenlagers. Gefangene wurden dort festgebunden und heftig ausgepeitscht. Nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch Psyche und Seele wurden dadurch stark verletzt. Blühte einem Häftling der Baum, wurden dessen Arme auf dem Rücken festgebunden und der Körper wurde dann nach oben gezogen. Dies zog in der Regel schwerste Sehnen- und Gelenksverletzungen nach sich.

Kurz darauf ging es zu einer rekonstruierten Baracke, die als Wohn- und Schlafraum für die Häftlinge diente. Es gab eine lange Reihe mit Hochbetten, die meist überbelegt waren. Die Menschen mussten unter unwürdigen Verhältnissen leben. Eine Baracke war ursprünglich für 200 Personen gedacht, doch in den letzten Monaten, bevor die Häftlinge von den Amerikanern befreit wurden, lebten zum Teil 1700 Menschen in einer Baracke.

Anschließend liefen wir zum Krematorium, das auch Baracke X genannt wurde. Dort wurden die Leichen der Häftlinge verbrannt, wenn sie an Unterernährung, Typhus oder anderen Krankheiten gestorben waren. In diesem Gebäude befanden sich auch die Kleider-Reinigung und das sogenannte Brausebad. Die voll einsatzfähige Einrichtung für das Einleiten von Gas kam in Dachau jedoch nie zum Einsatz. Die Gründe dafür sind bis heute noch unklar. Für uns alle war es ein sehr eigenartiges und komisches Gefühl zu wissen, dass wir dort stehen, wo viele Menschen umgebracht wurden.

Abschließend hatten wir noch einige Minuten Zeit, um uns alleine ohne Führer und Lehrer im Museum des Konzentrationslagers umzusehen und Dinge, die uns besonders interessierten, noch genauer zu studieren. Mit diesem Ausflug konnten wir einen Einblick in den wahrscheinlich dunkelsten Abschnitt der deutschen Geschichte bekommen.

Der Nationalsozialismus hat Millionen unschuldiger Menschenleben zerstört und nun liegt es an uns zu verhindern, dass so etwas wieder passiert.

14.03.2013 | Anne-Lena Voß (9aR)

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